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Donnerstag, 30. Juli 2015

Alkohol löst keine Probleme

„Oh Alkohol, oh Alkohol,
dass du mein Feind bist, weiß ich wohl.
Doch in der Bibel steht geschrieben,
du sollst auch deine Feinde lieben!“
Solche und ähnliche Sprüche werden gern zitiert, um den (täglichen) Alkoholgenuss zu rechtfertigen. Gern wird auch in der Verkleinerungsform gesprochen: Man gönnt sich ein, zwei „Gläschen“ Wein, ein „Feierabendbierchen“ oder „Schnäpschen“ und gesteht sich nicht ein, dass man bereits auf dem Weg in die Sucht ist.
Alkohol gehört zum gesellschaftlichen Leben dazu und man wird schnell ausgegrenzt, wenn man da nicht mitmachen will: „Man darf heute mit gesellschaftlicher Akzeptanz rechnen, wenn man sich als Marxist outet oder als Börsenzocker, als Veganer, Nudist, Sadomaso-Fan, Buddhist oder Kokser. Jeder, wie er will. Nur den Alkohol verweigern, das darf man nicht“ (FAZ).
Natürlich gibt es ein maßvolles, genussvolles Trinken hin und wieder und sogar Jesus hat Wein getrunken und auf der Hochzeit zu Kana für Nachschub gesorgt (Johannes 2, 1-12). Doch der Weg in die Sucht ist nur wenige Gläser entfernt. Vermutlich zehn Millionen Menschen in Deutschland trinken täglich mehr, als ihnen guttut; etwa 1,8 Millionen sind bereits alkoholkrank. 74.000 von ihnen kostet der Alkohol jährlich das Leben. Noch nicht mitgezählt sind dabei die vielen Süchtigen, die aus Verzweiflung sich früher oder später ihr Leben nehmen.
So war es auch bei Andreas, einem ehemaligen Feuerwehrmann, der zuletzt drei Flaschen Weinbrand pro Tag brauchte, um zu funktionieren. Schnell gehörte er zum „Bodensatz der Gesellschaft“: Er verlor seinen Job, die Ehe wurde geschieden und dann war auch die Wohnung futsch und er musste auf der Straße leben. Nach einem epileptischen Anfall mit Herzstillstand erklärte seine Ärztin ihm: „Andreas, wir sehen uns das letzte Mal!“
Das war ein Schock für ihn und er schrie nach Jesus, der ihn aus seinem Elend befreite. Heute rät er jedem aus tiefstem Herzen: „Fang an! Falte die Hände! Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben! Geh zu Jesus! Er heißt Heiland... Er macht dich heil, egal, was du gemacht hast! Lege Jesus das hin, was dich zerstört und andere zerstört! Lebe mit ihm! Lass ihn das Ruder in die Hand nehmen! Ihm ist nichts unmöglich!“

Wie das geht? Wir sind für dich da: http://www.GottinBerlin.de/kontakt.

Donnerstag, 23. Juli 2015

Mein Weg zu Christus

Ich stamme aus einer katholischen Familie. Meiner Mutter gab ihr Glaube Halt, sie betete täglich und ging jeden Sonntag in die Kirche. Mein Vater tolerierte das, besuchte aber höchstens zu Weihnachten die Kirche, da er in seiner Jugend schlechte Erfahrungen mit Katholiken gemacht hatte.
22. Ausgabe des DIALOGIKUS
Mit 10 Jahren wurde ich Ministrant und später Lektor, mit 18 Jahren Pfarrjugendleiter. Ab diesem Alter gründete und gestaltete ich als Chefredakteur die Zeitschrift „Dialogikus“, die sich vor allem kritisch mit der kath. Kirche auseinandersetzte und in ihrer Blütezeit eine Auflage von monatlich 5.000 Exemplaren erreichte.
Als in Deutschland dann fast alle Illustrierten Artikel über die „Jesus People“ und ihren Pastor Volkhard Spitzer brachten (Drogensüchtige wurden da durch Jesus frei von ihrer Sucht), beschloss ich, etwas über sie zu schreiben und fuhr zu einem „Jugendmeeting“ in deren Gemeinde am Nollendorfplatz. Ich wusste schon, was ich ungefähr schreiben wollte: „Flucht in die religiöse Innerlichkeit – statt durch politisches Engagement die Welt zu verändern.“ Doch dann kam alles ganz anders.
Die Songs beim Jugendmeeting und die Predigten von Pastor Spitzer begeisterten mich. Nicht so angestaubt und langweilig wie in meiner Kirche! Ich ging immer wieder dorthin und staunte, dass sie laut zu Jesus wie zu einem guten Freund beteten und glaubten, dass er ihr Leben ändern und Wunder vollbringen könne. Und immer hatten alle eine Bibel dabei, in der sie ständig nachschlugen.
Ich beneidete sie um ihren starken Glauben und fing an, an einem Abend alle vier Evangelien hintereinander zu lesen. Meine Liebe zu Jesus wuchs von Stunde zu Stunde und ich entdeckte, dass er in inniger Verbindung zu seinem Vater im Himmel gelebt und sich immer wieder zum Gebet zurückgezogen hatte. So fing auch ich an diesem Abend zu beten an: „Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann komm in mein Herz und lass mich deine Nähe spüren.“
Nach einigen Stunden des Ringens im Gebet durchflutete mich plötzlich ein Gefühl der Wärme und Liebe, wie ich es bis dahin nicht gekannt hatte. Ich wusste, Jesus hatte mich in diesem Moment als sein Kind angenommen. Es war die Nacht vom 28./29. Januar 1972. Diesen Jesus wollte ich jetzt näher kennenlernen, für ihn leben und beschloss, statt Politologie und Geografie die Fächer Deutsch und katholische Theologie zu studieren. Um meinen Glauben zu vertiefen, schloss ich mich einem charismatischen Gebetskreis an, der von zwei Jesuitenpatres geleitet wurde, die lebendige Abende und Gottesdienste mit uns gestalteten. In diesen Kreis schleppte ich eines Tages ein Mädchen, das auch von Jesus gepackt wurde und das ich später zum Traualtar führte. Jetzt sind wir schon 40 Jahre verheiratet, haben vier erwachsene Töchter und acht Enkelkinder.
Nach meinem Studium war ich von 1976 – 2014 Lehrer, Konrektor und kommissarischer Schulleiter an einer katholischen Grundschule in Berlin. Meine Hauptfächer waren Deutsch, Mathematik und Religion. Kaum in den Ruhestand versetzt habe ich noch einmal für drei Jahre Krankenvertretungen an Schulen übernommen. Diese glückliche Zeit in meinem Traumberuf als Lehrer ging aber am 19. Juli 2017 endgültig zu Ende. Weitere Krankenvertretungen werde ich nicht mehr übernehmen, denn zwei meiner Töchter sind nach einer Babypause in den Schuldienst zurückgekehrt und als Opa von acht Enkeln wird man auch gebraucht.
Was mir die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Einer aber bleibt immer an meiner Seite: Jesus.
Ohne ihn kann ich mir ein erfülltes, glückliches Leben nicht mehr vorstellen. Er hat uns durch alle Schwierigkeiten des Lebens hindurchgeführt und wird uns auch in dunklen Stunden immer nahe sein. Mein Herzenswunsch: Dass immer mehr Menschen ihn kennen und lieben lernen!
Deshalb möchte ich weiterhin meinen Glauben aus Dankbarkeit mit anderen Menschen teilen. So gestalte ich bereits seit sechs Jahren die Facebookseite der »Internetmission Berlin e.V.«, einem Zusammenschluss evang. und katholischer Christen. Schau sie dir einmal an: www.facebook.com/GottinBerlin. Das würde mich sehr freuen.
Gerhard Lenz


Am 21. Juni 2015 beim Gropiuslauf mit drei Enkeln und einem Schwiegersohn.

Mittwoch, 22. Juli 2015

"Wo Glauben Raum gewinnt"

„Wo Glauben Raum gewinnt“ heißt das Projekt zur pastoralen Neugestaltung im Erzbistum Berlin. Gemeinden sollen zusammengelegt werden, um den Priestermangel auszugleichen. Nachfolgend ein satirischer Blick in das Jahr 2020, wenn das Projekt umgesetzt worden ist:
Persönliche Betreuung durch den Pfarrer -
wie lange noch?
Sekretärin: Kath. Pfarramt St. Nikolaus, St. Bonifatius, St. Birgitta, St. Heinrich, St. Georg, St. Elisabeth, Bagger, guten Tag!
Gemeindemitglied: Entschuldigung, ich habe Sie nicht verstanden.
Sekretärin: Hier ist das Pfarrbüro der katholischen Kirchengemeinden St. Nikolaus/Spandau, St. Bonifatius/Kreuzberg, St. Birgitta/Schöneberg, St. Heinrich/Pankow, St. Georg/Neukölln, St. Elisabeth/Zehlendorf. Mein Name ist Bagger.
Gemeindemitglied: Ich hätte gern den Pfarrer gesprochen.
Sekretärin: Es tut mir leid, er ist jetzt nicht da. Moment, ich schaue auf meinem Plan nach und sage Ihnen gleich, wann er hier in St. Nikolaus Sprechstunde hat. Also: wir haben die 9. Woche. Da ist er in Kreuzberg, in der 10. Woche in Schöneberg, in der 11. Woche in Pankow, in der 12. Woche in Neukölln, in der 13. Woche in Zehlendorf. Ja, in der 14. Woche ist er dann wieder in St. Nikolaus. Sprechstunde hat er dann dienstags. Das ist also der 31. März. Kann ich ihm etwas ausrichten?
Gemeindemitglied: Ich will heiraten und möchte einen Termin ausmachen.
Sekretärin: Wo möchten Sie denn heiraten?
Gemeindemitglied: In St. Nikolaus.
Sekretärin: Da unser Pfarrer sechs Gemeinden zu betreuen hat, kann er nur alle sechs Wochen in jeder Gemeinde einen Traugottesdienst halten. St. Nikolaus/Spandau ist wieder dran - Moment, ich schaue nach - am Samstag, 4. April. Drei Anmeldungen liegen schon vor. Sie sind also das vierte Paar. Er macht die Trauung gemeinsam mit allen anderen.

Dienstag, 21. Juli 2015

Warum ich in der Kirche bleibe

„Kirchenaustritte auf Rekordniveau: Warum bleibt ihr – wie ich - in der Kirche?“, fragte ich meine Facebookfreunde. Dreißig haben darauf geantwortet. Hier einige Antworten:
Warum ich in der Kirche bleibe
„Kirche ist für mich ein Ort der seelischen Heimat! Ist vielleicht merkwürdig ausgedrückt, aber mir würde was fehlen, wenn ich nicht mehr Mitglied der Kirche wäre, obwohl mich die hiesigen Mitarbeiter momentan schon sehr ärgern und traurig machen“ (Ulrike).
„Ich bleib in der Kirche, weil ich Gott liebe. Für die Mitarbeiter bete ich. Ärgern und traurig sein nützt gar nichts“(Sigrid).
„Sigrid, der Pfarrer macht mich traurig und ärgert mich so sehr, dass ich oft überlege, meine Ehrenämter hinzuschmeißen. Das mindert aber keineswegs meinen Glauben und der Pfarrer ist nicht die ‚Kirche’ “(Ulrike). 
„Die Ehrenämter machst du für Gott und nicht für den Pfarrer“ (Sigrid).
„Einfach mal so ausgedrückt : Da sind die Aussagen des Neuen Testamentes über die Kirche als Leib des Herrn und die Aufträge, die er der entstehenden Kirche mitgegeben hat, sowie die Zusagen. Mit den Pfarrern, die mich ärgerten oder ärgern wollten, bin ich immer klar gekommen. Selbst als Diakon“ (Karl-Artur).
"Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Wort des ewigen Lebens“ (Barbara).

Sonntag, 19. Juli 2015

Sind die Kirchen noch zu retten?

Nein, ist der Humanistische Verband überzeugt. Und genüsslich zitiert er, dass die katholische Kirche im Jahr 2014 etwa 220.000 Kirchenaustritte zu verzeichnen hatte – mehr als je zuvor. Und er vermutet, dass diese Entwicklung bei der evangelischen Kirche wahrscheinlich noch drastischer ausfallen wird. Genaue Zahlen sind aber noch nicht bekannt.
Sind die Kirchen noch zu retten?
Der Humanistische Verband glaubt nicht, dass „Irritationen durch das neue Einzugsverfahren der Kirchensteuer auf Kapitalerträge“ der Grund für die Austrittswille seien. Für ebenso fadenscheinig hält er die Aussage der katholischen Laienorganisation „Wir sind Kirche“: „Nur wenn sich alle deutschen Bischöfe endlich entschieden und aus vollem Herzen zum pastoralen und reformerischen Kirchenkurs von Papst Franziskus und des Konzils bekennen, besteht die Chance, dass dieser Exodus gestoppt oder gar umgekehrt werden kann.“
Der Humanistische Verband glaubt, die Kirchen seien in einer „Lose-Lose-Situation“. Sie könnten nur noch verlieren: „Mit jeder Verweltlichung, jeder Modernisierung und jeder Anpassung an den ‚modernen Zeitgeist’ verlieren die Kirchen an Bindungskraft. Denn wozu braucht es eine Kirche, die bloß mit religiösem Dialekt predigt, ohne religiöse Inhalte zu vermitteln? Mit zunehmender theologischer Substanzlosigkeit schwindet die Bedeutung der Kirchen.“
Hier wurde etwas Richtiges erkannt. Eine Kirche, die den Menschen nach dem Munde redet, ihre Weisheiten aus dem (politischen) Mainstream statt aus der Bibel bezieht, braucht kein Mensch mehr. Es hilft aber auch keine religiöse, vom Alltag abgehobene Sprache, die der moderne, glaubensferne Mensch gar nicht mehr versteht.
Ich habe mich auch schon oft über langweilige, abgelesene Predigten geärgert und hätte dem Prediger am liebsten zugerufen: „Jetzt legen Sie doch mal Ihr Manuskript weg und sagen Sie mit Ihren eigenen Worten, was Sie uns sagen wollen.“ – Vielleicht hätte er dann erst etwas gestammelt, möglicherweise aber Worte gefunden, die aus seinem Herzen gekommen wären und unsere Herzen berührt hätten.
„Religion ist nicht einfach Glaube, sondern hat mit Erlebtem zu tun“, schrieb die „Welt am Sonntag“ heute in dem Beitrag „Warum so viele Menschen wieder in die Kirche eintreten“. Ja, auch das gibt es. Menschen, die entdecken, dass ihnen ohne Gott etwas Entscheidendes im Leben fehlt.
Es würden noch viel mehr werden, wenn wir Christen mehr Mut hätten, von unseren Glaubenserfahrungen zu sprechen. Persönliche Erlebnisse können überzeugen. Ich bin zum Beispiel überzeugt, dass es die Kirchen noch in 1000 Jahren geben wird, wenn schon niemand mehr etwas vom Humanistischen Verband weiß. Warum?

Weil trotz unserer menschlichen Unzulänglichkeit Gott in ihnen gegenwärtig ist und Glaube, Hoffnung und Liebe ständig erneuert: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen" (Matthäus 16,18).