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Mittwoch, 7. Mai 2014

Deutschland hat einen Superstar

Kennt ihr DSDS? Das ist die Abkürzung für „Deutschland sucht den Superstar“, einer Castingshow, die es seit 2002 bei RTL gibt und die damals im Schnitt 12,8 Millionen Zuschauer vor die Geräte gelockt hat. Inzwischen sind nur noch 4 Millionen dabei, um diese Mischung von Exhibitionismus und Voyeurismus zu verfolgen. Woran liegt das?
Eigentlich ist DSDS eine Art Talentwettbewerb der Sangeskunst. Der Sender scheut jedoch nicht davor zurück, auch völlig talentfreie Menschen dem Publikum zu präsentieren, um sie lächerlich zu machen und dem Gespött preiszugeben. Besonders Hauptjuror Dieter Bohlen tut sich durch derbe Sprüche hervor:
„Ne Stimme zum Niederknien,
aber nur, damit man sich nicht auf die Füße kotzt.“ - „Bei normalen CDs ist ja immer so ein Booklet dabei. Bei dir müsste das 'ne Kotztüte sein.“ – „Wenn das Wetter so wäre wie deine Stimme, dann würde es Scheiße regnen.“ „Glaube versetzt Berge, aber deine Stimme nicht mal Flohkacke.“ – „Du singst leider so, wie Du aussiehst.“ – „Du hast ein göttliches Problem: Der liebe Gott gibt einigen Frauen dicke Möpse, anderen eine schlechte Stimme. Und dir hat er nun mal eine schlechte Stimme gegeben.“
Es soll Menschen geben, die das witzig finden und für die Dieter Bohlen deshalb „Kult“ ist. Doch die Quoten sind im freien Fall. Um wieder verstärkt junge Leute vor den Fernseher zu locken, hat RTL den Rapper Kay One in die Jury geholt, der in drei Worten erklärte, worauf es bei DSDS ankommt:  „Titten, Arsch, Stimme.“ Da hatten die männlichen Kandidaten nicht viel zu bieten!

Und so hat Deutschland nun einen neuen „Superstar“, der Aneta Sablik heißt und aus Polen kommt. Begleitet wird die Sendung stets durch mediales Getöse der BILD-Zeitung, die das Geschehen vor und hinter den Kulissen kräftig aufbauscht, um Quote für RTL zu machen und DSDS-Fans für das eigene Blatt zu gewinnen. Diesmal enthüllte die Boulevardzeitung aber etwas, was sogar nicht zum üblichen Rummel um die Castingshow passt: „Heiliger BimBam! Die zwei Seiten von Superstar Aneta! ... Es gibt eine Seite, die kaum jemand kennt – Aneta ist tief gläubig.“
Aufgewachsen in Bielsko-Biala (60 km entfernt von Kattowitz) wuchs sie im katholischen Glauben auf: „Der Glaube gehört einfach zu mir. Meine frühesten Erinnerungen sind Feiern in der Kirche.“
Seit zweieinhalb Jahren lebt sie nun mit ihrem Verlobten in Gelting (Bayern) und besucht dort regelmäßig den Gottesdienst. Ihr Pfarrer Leo Sobik schaute ihr zuliebe DSDS und verriet dem „Münchner Merkur“: „Ich habe mitgezittert. Ich verfolge ihre Auftritte, segne sie, bete für sie und gebe ihr meine Stimme... Sie ist ein sehr nettes, bescheidenes Mädchen.“
Hoffentlich bleibt sie das und hoffentlich steigt ihr der Ruhm nicht zu Kopf! Wir werden sehen! Manch einer wird sie beneiden und wäre auch gern ein Superstar mit reichlich Geld, Ruhm und einer erfolgreichen Karriere. Aber kann man darauf sein Leben bauen? Wer hält zu mir, wenn ich scheitere?
Die meisten Superstars der letzten zehn Jahre sind schon wieder vergessen. Ich aber kenne einen, der ist seit 2000 Jahren unvergessen, wurde sogar in einem Musical „Superstar“ genannt, war aber alles andere als ein „Star“:
Er wurde nicht in einer Sendung gecastet, kam nicht in einem Königspalast zur Welt, besaß kein Geld und keine Armee. Seine Macht war die Liebe, seine Kraft kam von Gott. Ihn traf der Spott der Menge und die Macht der Mächtigen richtete ihn zugrunde. Er gab sich hin, nahm alle Schuld seiner Peiniger auf sich, vergab ihnen und überwand mit seiner Liebe sogar den Tod. Hier haben wir noch mehr über sein Leben zusammengestellt.
Ich baue mein Leben auf die Liebe dieses Mannes und habe das bis heute nicht bereut. Ich glaube, dass er Gottes Sohn war. Er macht Menschen stark, ihre Ängste und ihre Mutlosigkeit zu überwinden. Er liebt auch die Gescheiterten. Der hl. Papst Johannes XXIII. sagte einmal über die Menschen, die ihm vertrauen: „Wer Glauben hat, der zittert nicht. Er überstürzt nichts, er ist nicht pessimistisch, er verliert nicht die Nerven. Glauben, das ist Heiterkeit, die von Gott kommt.“
Diese Heiterkeit wünsche ich dir auch. Noch Fragen? Hier findest du Menschen, die sie vielleicht beantworten können.

Gerhard Lenz (für Gott in Berlin)