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Freitag, 21. Februar 2014

Mutter Teresa: Worte der Liebe

 Am 5. September 1997 verließ Mutter Teresa im Alter von 87 Jahren diese Welt. Geblieben ist uns ihr Werk: Der Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“, in dem über 5000 Schwestern in fast 130 Ländern der Erde für die Ärmsten der Armen da sind. Und geblieben sind ihre einfachen, aber tiefen und eindringlichen Worte, die uns so berühren, weil aus ihnen nur Liebe spricht.
Mutter Teresa: Worte der Liebe
Frage eines Journalisten: „Was meinen Sie, Mutter Teresa, was sich in der Kirche ändern sollte?" Mutter Teresa: „Sie und ich."
Wir können uns in der Arbeit abmühen bis zum Umfallen; wenn unsere Arbeit nicht mit Liebe durchwoben ist, ist sie unnütz.
Wenn du weißt wie sehr Gott dich liebt, dann kannst du nur leben, indem du diese Liebe ausstrahlst.
Lass doch die Liebe Gottes ganz und gar von deinem Herzen Besitz ergreifen. Lass zu, dass seine Liebe sozusagen zu deiner zweiten Natur wird.
Anfangs glaubte ich, bekehren zu müssen. Inzwischen habe ich gelernt, dass es meine Aufgabe ist zu lieben. Und die Liebe bekehrt, wen sie will.
Wir müssen für die Kinder ein Bild von Jesus sein, dem Freund der Kinder.
Kinder sind Gottes schönstes Geschenk. Jedes Kind hat das Recht, auf die Welt zu kommen, ob es erwünscht ist oder nicht.
Ungeborene Kinder sind Gott so nah. Ich bitte die Ärzte in indischen Krankenhäusern immer, niemals ein ungeborenes Kind zu töten. Wenn niemand es haben will, nehme ich es.
Kennen wir die Nöte der anderen? Nehmen wir uns die Zeit, wenigstens jemandem zuzulächeln?
Wir werden nie wissen, wie viel Gutes ein einfaches Lächeln hervorbringen kann. Ein Lächeln ist wie eine Berührung. Es bringt etwas von der Wirklichkeit Gottes in unser Leben.
Viele versuchen, die Leere, die sie empfinden, mit Essen, Radio, Fernsehen und ständigen äußerlichen Aktivitäten zu füllen. Doch diese Leere kann nur durch Gott gefüllt werden.
Wenn du nach Gott suchst und nicht weißt, wo du anfangen sollst, lerne zu beten und mache dir die Mühe, jeden Tag zu beten.
Ohne Gebet könnte ich nicht einmal eine halbe Stunde lang arbeiten. Ich erhalte meine Kraft von Gott durch das Gebet.
Das Gebet, das aus unserem Geist und Herzen kommt und nicht vorformuliert ist, wird inneres Gebet genannt... Aus diesem Gebet lebt unsere Seele, ohne es können wir nicht heilig werden.
Für Kinder und in Familien ist Beten dringend nötig. Liebe beginnt zu Hause und daher ist es wichtig, dass man zusammen betet. Wenn ihr zusammen betet, werdet ihr zusammenbleiben und euch so lieben, wie Gott jeden von euch liebt.

(Zusammengestellt von G. Lenz aus: Angelo Devananda, Für jeden Tag - Gedanken von Mutter Teresa, Verlag Neue Stadt 1994; Lucinda Vardey, Mutter Teresa - der einfache Weg, Bastei-Lübbe-Taschenbuch 1995; Christian Feldmann, Die Liebe bleibt, Verlag Herder 1997)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Geistliche Armut im Westen

Kürzlich schwelgte ich wieder einmal ich in Erinnerungen und blätterte im Gemeindeblatt meiner früheren Gemeinde „Maria Frieden“. Im Juni 1978 hatte ich in diesem Blättchen ein Interview mit Mutter Teresa veröffentlicht. Es hat nichts von seiner Aktualität verloren. Deshalb möchte ich einige Auszüge davon hier wiedergeben:
Lesenswert: Die Liebe bleibt
Mutter Teresa von Kalkutta ist auf der ganzen Welt durch ihre Arbeit mit den Notleidenden bekannt. Ihre Freunde sind die Hungrigen, die Sterbenden und die Armen.
Diese sanfte Frau aus Mazedonien hat in ihrem Leben mehr Armut und Elend gesehen als irgend jemand von uns. Sie wurde mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Wer sie in ihrem bescheidenen Heim im Elendsviertel von Kalkutta aufsucht, ist erstaunt, dass sie voll großem Mitleid von dem in „Armut verstrickten Westen“ spricht.
„Die geistliche Armut in der westlichen Welt ist viel größer als die physische Armut unseres Volkes“, sagt sie. „Ihr im Westen habt Millionen von Menschen, die unter furchtbarer Einsamkeit und Leere leiden. Sie fühlen sich nicht geliebt und unerwünscht. Diese Menschen hier sind zwar hungrig in physischer Hinsicht, aber sie sind es in einem ganz anderen Sinne. Sie wissen, dass sie mehr brauchen als Geld, aber sie wissen nicht, was es ist. Was sie tatsächlich vermissen, ist eine wirkliche Gemeinschaft mit Gott.“
Mutter Teresa erzählt von einem Fall in Australien, wo eine Frau in ihrem Heim ganz allein starb. Sie lag wochenlang tot in ihrer Wohnung, bevor sie gefunden wurde. „Für mich ist ein Land, wo so etwas passieren kann, das ärmste, das es gibt.“
„Die vielen Millionen armen Menschen in der dritten Welt sollten dem reichen Westen eine Lektion erteilen“, sagt sie, während ihre Augen freundlich lächeln, „sie sollten uns Zufriedenheit lehren. Das ist etwas, was im Westen fast verloren gegangen ist.“
Mutter Teresa spricht auch über ihren Kampf gegen die Abtreibung in Kalkutta: „Wir kämpfen dagegen durch Adoption. Wir haben es überall bekanntgegeben, das Leben der Babys nicht zu zerstören, sondern sie zu uns zu senden. Wir bringen sie dann zu Familien, die Kinder wünschen.“
Mutter Teresa hat harte Worte für die Abtreibung: „Das Leben ist eine Gabe Gottes, und wer maßt sich das Recht an, es zu zerstören? Ich glaube, dass gerade die Abtreibung der Grund ist, warum heute in der Welt so viel Elend ist. Die Menschen haben aufgehört, Gott zu lieben. Sie glauben, ohne ihn auszukommen.“
Als sie nach ihrem Alter gefragt wird, sagt sie: „Ich werde jetzt langsam alt, nicht wahr? Aber es ist etwas Wunderbares, alle diese Jahre dem Herrn weihen zu dürfen.“

Mutter Teresa starb am 5. September 1997 in Kalkutta in Indien. Am 19. Oktober 2003 wurde sie selig gesprochen. Ihre Biographie findest du im Ökumenischen Heiligenlexikon.

Montag, 17. Februar 2014

Was wichtig ist

Der moderne Europäer lebt immer mehr in einer Welt des Scheins und Nur-Vergänglichen. Wir haben den Blick für das, was wirklich wesentlich ist, verloren.
Die sich überstürzenden Tagesereignisse und die keine Besinnung gestattende Einwirkung der Massenmedien wie Fernsehen, Radio, Internet, Smartphone, Tageszeitung, aber auch die vielen Kleinigkeiten unseres persönlichen, familiären und beruflichen Lebens nehmen uns ganz gefangen.
Wir geben uns dem Zeitgeist hin, halten uns auf an den kleinen, kurzlebigen Dingen dieser Welt und verwehren uns so den Blick für die entscheidenden Fakten unseres Lebens.
Grafik von der Facebookseite "Gemeinsam glauben"
Sir Winston Churchill, der große englische Staatsmann, schreibt in seinen Memoiren, wie ihm ein Besuch am Sterbebett eines sehr alten Mannes die Augen für das Wesentliche geöffnet hätte. Die Worte jenes Sterbenden seien ihm in den damaligen Zeiten höchster Gefahr und Not für England – es war 1941 – zu einer großen Hilfe geworden. Sie lauteten: „Weit über 90 % meiner Sorgen waren umsonst.“
Auch wir sollten uns im täglichen Existenzkampf, in den kleineren und größeren Nöten unseres Lebens, bei der Berieselung durch die Massenmedien, immer wieder fragen: Ist das, was mich jetzt bedrückt oder als besonders wichtig gefangen nimmt, in einem Monat, einem Jahr, in 10 oder 20 Jahren noch von Bedeutung?
Sicherlich kann man die kleinen Dinge des Lebens nicht einfach unbeachtet lassen; aber man darf sie auch nicht überbewerten und dadurch den Blick für das Wesentliche verlieren.
Wirklich wichtig im Leben eines Menschen ist nur, was eine halbe Stunde vor seinem Tod – im Angesicht Gottes – noch von Bedeutung ist.

Gebet: Herr, öffne uns schon heute - nicht erst eine halbe Stunde vor unserem Tod - die Augen für das, was wichtig ist. Lass uns erkennen, wo wir gebraucht werden, damit wir unsere Lebenszeit nicht mit 1000 unnützen Dingen totschlagen. Hilf uns, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, und schenke uns genug Ruhe und Stille, damit wir deine oft so leise Stimme im Lärm dieser Welt hören können. Amen.

Video unten: Ann Mandrella singt "Was wichtig ist" von Udo Jürgens. Das Original könnt ihr hier sehen.


Sonntag, 16. Februar 2014

Jesus, du bist anders

Michelangelo: Kreuzigung (1540)
Du stelltest dich zur Ehebrecherin, als sich alle von ihr distanzierten.
Du kehrtest bei dem Zöllner ein, als sich alle über ihn empörten.
Du riefst die Kinder zu dir, als alle sie wegschicken wollten.
Du vergabst dem Petrus, als er sich selbst verdammte.
Du lobtest die Opfer der Witwe, als sie von allen übersehen wurde.
Du verjagtest den Teufel, als alle anderen auf ihn hereingefallen wären.
Du versprach dem Schächer das Himmelreich, als alle ihm die Hölle wünschten.
Du riefst Paulus in die Nachfolge, als alle ihn als Verfolger fürchteten.
Du flohst dem Ruhm, als alle dich zum König machen wollten.
Du liebtest die Armen, als alle Reichtum erstrebten.
Du heiltest Kranke, als sie von anderen aufgegeben waren.
Du schwiegst, als alle dich anklagten, verspotteten und auspeitschten.
Du starbst am Kreuz, als alle ihr Passah feierten.
Du nahmst die Schuld auf dich, als alle ihre Hände in Unschuld wuschen.
Du erstandst vom Tod, als alle meinten, alles sei zu Ende.
Jesus, ich danke dir, dass du anders bist.

Samstag, 15. Februar 2014

Christus kennen

Ein Gespräch zwischen einem kürzlich zu Christus bekehrten Mann und einem ungläubigen Freund:
„Du bist also zu Christus bekehrt worden?"
„Ja."
Buchtipp: Warum der Vogel singt,
 Weisheitsgeschichten
„Dann musst du eigentlich gut über ihn Bescheid wissen. Sag mir: in welchem Land wurde er geboren?"
„Das weiß ich nicht."
„Wie alt war er, als er starb?"
„Das weiß ich nicht."
„Wie viele Predigten hat er gehalten?"
„Das weiß ich nicht."
„Du weißt aber wirklich sehr wenig für jemand, der behauptet, zu Christus bekehrt worden zu sein!“
„Du hast recht. Ich schäme mich, so wenig von ihm zu wissen. Aber so viel weiß ich: Noch vor drei Jahren war ich ein Trinker. Ich hatte Schulden. Meine Familie brach auseinander. Meine Frau und meine Kinder fürchteten sich jeden Abend vor meiner Heimkehr. Aber jetzt habe ich das Trinken aufgegeben; wir haben keine Schulden mehr; wir sind eine glückliche Familie. Meine Kinder erwarten mich ungeduldig jeden Abend. Das alles hat Christus für mich getan. So viel weiß ich von Christus!"
Wirklich wissen heißt, von diesem Wissen verändert zu werden.
 (aus: Anthony De Mello; Warum der Vogel singt, Weisheitsgeschichten; Freiburg; S.97/98)
Wenn ihr mehr solcher Weisheitsgeschichten lesen wollt, kann ich euch das Buch des Jesuitenpaters nur empfehlen. Aber beachtet seinen Rat: „Man hüte sich, die Geschichte auf irgendjemand anderen (Priester, Mulla, Kirche, Nachbarn) als auf sich selbst zu beziehen. In diesem Falle könnte die Geschichte Schaden zufügen. Alle Geschichten handeln von DIR, von niemand sonst.“
Über den Autor: Anthony de Mello, 1931-1987, Studium der Philosophie, Theologie und Psychologie in Barcelona, Poona, Chicago und Rom. Bis zu seinem Tod 1987 leitete der indische Jesuitenpater und Meditationslehrer das Sadhana-Institut als Beratungs- und Ausbildungszentrum. In seinem Denken verbinden sich christliche und östliche Spiritualität. Er zählt international zu den beliebtesten Weisheitslehrern.


Mittwoch, 12. Februar 2014

Jesus - ja oder nein?

Ein Mensch wird geboren, einer unter Milliarden. Spätestens drei Jahrzehnte danach fangen einige an überzeugt zu sein, dass dieser einer der Mittelpunkt der Weltgeschichte ist. Die ganze Zeit wird nach ihm berechnet: vor und nach Christi Geburt. Für mich eine willkürliche Rechnerei? Oder die einzig gültige: Weil er das Herz der Welt, die Mitte auch meines Lebens ist? Ja oder nein!
Jesus - ja oder nein?
Ein Pfahl wird in die Erde gerammt. Einige Steinwürfe vor den Mauern Jerusalems. Den sie annageln, sind sie nun endlich los, für immer, glauben sie. Am dritten Tage aber ereignet sich die Explosion eines neuen Lebens, die Geburtsstunde der neuen Schöpfung: Jesus hat den Tod überwunden und lebt. Diese Überzeugung ist nicht mehr auszurotten, nicht durch Gewalt, nicht durch falsche Interpretationskünste. Ungezählte leben für ihn, sterben für ihn. Will ich auch ich an ihn glauben? Ja oder Nein!
Eine Scheidung geht durch die Menschen, letztlich die einzige. „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen (Lukas12,49)!“ Neutralität, achselzuckendes Auf-sich-Beruhen-lassen gibt es nicht. „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich (Matthäus 12,30)!“ Niemand wurde wie Jesus gehasst oder geliebt. Er ist der Eckstein (Apostelgeschichte 4,11): Man zerschellt an ihm oder findet das Fundament des Lebens. Alle, die auf diesen „lebendigen Stein“ vertrauen, werden nicht zugrunde gehen. „Es ist den Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, in dem wir gerettet werden sollen“ (Apostelgeschichte 4,12)!“ Setze ich mein Leben auf ihn? Ja oder nein.
Fang’ an, ab heute auf ihn zu bauen. Wie man das macht? Zum Beispiel, indem du mit aufrichtigem Herzen dieses Gebet sprichst, mit dem du ihn einlädst, in dein Leben zu kommen.
(nach „Deine Gemeinde“, Maria Frieden, 2/78)