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Montag, 9. Dezember 2013

Gender - tiefe Unwahrheit einer Theorie

Wort zum Tag der Menschenrechte (10. Dezember 2013)


Nach dem mutigen Wort der slowakischen Bischöfe über die Gefahren der "Genderideologie"  hat nun auch ein Schweizer Bischof seine Stimme erhoben, um über diesen Irrsinn aufzuklären, der heute das Denken vieler Menschen beherrscht. Das mediale Entrüstungsfeuer über einen Bischof, der Klartext redet, ließ natürlich nicht lange auf sich warten. „Churer Bischof kanzelt Homosexuelle ab“ (Neue Zürcher Zeitung), „Frontal-Angriff auf die Homo-Ehe“ (Blick.ch), „Mit heiligem Zorn gegen Homosexuelle“ (SonntagsZeitung) und „Huonders homophober Hirtenbrief“.  Damit Sie sich ein Bild machen können, was der Bischof wirklich geschrieben hat, dokumentiere ich hier seinen Hirtenbrief:

Brüder und Schwestern im Herrn,
Dr. Vitus Huonder, Bischof von Chur,
spricht Klartext
in meinem letztjährigen Wort zum Tag der Menschenrechte habe ich daran erinnert, dass die Menschenrechte ihren Grund in der Menschenwürde haben. Diese wiederum hängt mit der Schöpfungsordnung zusammen und ist gottgegeben. In diesem Jahr möchte ich diese Überlegungen konkretisieren und mich zur Ideologie des Genderismus, kurz Gender, äußern. Ich tue dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich immer wieder Gläubige in dieser Sache an mich wenden. Sie sind beunruhigt durch die staatliche Vereinnahmung ihrer Kinder zugunsten des Genderismus und durch die politische Infragestellung von Ehe und Familie.
Was bedeutet der Begriff Gender?
Der Begriff Gender leitet sich vom lateinischen Wort Genus ab, ein Begriff, der vor allem für das grammatische Geschlecht verwendet wird. Während der Begriff der Sexualität das biologische, von der Natur gegebene Geschlecht meint, soll der Begriff Gender das sogenannte soziale Geschlecht bezeichnen. Dieses sei vom biologischen Geschlecht unabhängig und bedeute, dass jeder Mensch sein Geschlecht und seine sexuelle Orientierung frei wählen könne, ob er Mann oder Frau sein wolle, ob er hetero-, homo-, bi- oder transsexuell leben wolle.
Was ist das Ziel der Ideologie des Genderismus?
Das Ziel des Genderismus ist, dass jede "sexuelle Identität" als gleichwertig akzeptiert wird. In diesem Sinn geschieht die konkrete gesellschaftliche Durchsetzung dieser Ideologie unter anderem durch das vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, oder durch die (Homo-)Sexualisierung der Kinder in Kindergarten und Schule.
Wie ist der Genderismus zu beurteilen?
Vordergründig geht es im Genderismus um die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Die Unterdrückung der Frau zum Beispiel, wie sie in manchen Gesellschaften und Kulturen noch immer vorherrscht, wird zu Recht beklagt. Sie entspricht nicht der Ebenbürtigkeit von Mann und Frau, die in der Schöpfungsordnung grundgelegt ist und in der Heilsordnung entfaltet wird. Insofern hat der Genderismus etwas Bestechendes an sich. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Ideologie aber um einen Angriff auf Ehe und Familie als die tragenden Strukturen unserer Gesellschaft. Ungerechtigkeit im Verhältnis der Geschlechter kann durch die Leugnung der Geschlechterpolarität nicht behoben werden. Deshalb lehnt die Kirche die Ideologie des Genderismus ab. Dazu die folgenden Punkte:
Der Genderismus leugnet die Schöpfungsordnung
Die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau ist eine Vorgabe des Schöpfers. Darüber kann und darf der Mensch nicht verfügen. Der Schöpfungsbericht sagt, dass Gott den Menschen in seiner Bipolarität erschaffen hat: "Als Mann und Frau schuf er sie" (Gen 1,27). Er schließt mit der Feststellung, dass alles, das ganze Schöpfungswerk, sehr gut war, somit auch die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau (Vgl. Gen 1,31).
Der Genderismus leugnet die Vorgabe der Natur
"Der Genderismus zerstört
Ehe und Familie."

Der Mensch existiert, so die Schöpfungs-ordnung, als Mann oder Frau. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sagen uns: Jede seiner Körperzellen ist entweder männlich oder weiblich. Dies ist eine klare Vorgabe seiner Existenz. Die unterschiedliche kulturelle Prägung als Mann oder Frau hebt diese Polarität nicht auf.
Der Genderismus ist wissenschaftlich unhaltbar
Obwohl sich der Genderismus wissenschaftlich gibt, halten seine Grundlagen der Wissenschaft nicht stand. Viele ausgewiesene Forscher widersprechen den Ergebnissen der "Gender-Studies". Dass es psychische und physische Störungen der Geschlechtsidentität gibt, hebt die grundsätzliche Verschiedenheit von Mann und Frau nicht auf.
Der Genderismus zerstört Ehe und Familie
Darauf wurde bereits hingewiesen. Die Ehe beruht auf der gegenseitigen Ergänzung von Mann und Frau. Ehe und Familie sind die Grundeinheit der Gesellschaft (vgl. die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948). Sie sind die Bedingung für den Erhalt der Gesellschaft und ihre kulturelle Entfaltung. Sie setzen die verbindliche und dauerhafte Einheit von Mann und Frau voraus. Der Genderismus betrachtet jede sexuelle Praxis (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell) als gleichwertig mit der Heterosexualität. Alle Lebensformen sollen zur "Ehe" und damit zu künstlichen Reproduktionsmethoden und zur Kinderadoption berechtigen. Dem Menschen wird auf diese Weise die moralische Orientierung für den rechten Gebrauch seiner Freiheit genommen, der ihn zur Elternschaft befähigt, zur Aufgabe einer Mutter oder eines Vaters.
Der Genderismus schadet der Frau
Wie bereits angedeutet, kann die Geringachtung der Frau nicht durch das Verwischen der natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau überwunden werden, auch nicht durch ein Streben der Frau nach Gleichheit mit dem Mann. Die Frau muss besonders auch in ihrer lebenserhaltenden Aufgabe der Mutterschaft von der Gesellschaft geachtet werden. Ihre Leistung darf nicht nur an ihrem beruflichen Einsatz gemessen werden. Sie muss vielmehr für ihr Muttersein anerkannt werden, zum Beispiel im Steuer- und Rentenrecht.
Der Genderismus schadet dem Mann
Im Machtkampf gegen den Mann stigmatisiert der feministische Genderismus den Mann als "Täter" und verklärt die Frau als "Opfer". Dieser klischeehafte Dualismus entspricht nicht der Realität und beschädigt die Identität des Mannes sowie dessen Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Der Genderismus schadet dem Kind
"Der Genderismus schadet dem Kind."
Das Kind muss sich in der stabilen Ehe seiner (biologischen) Eltern entfalten können. Die Zerstörung von Ehe und Familie durch den Genderismus führt bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger zu psychischen Störungen. Man schafft staatliche Ersatzstrukturen, die Kindern und Jugendlichen aber niemals die gleiche Liebe und Geborgenheit geben können, wie dies in der Familie der Fall ist. Die Auslieferung von Kindern an gleichgeschlechtliche Paare beraubt sie der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung. Eine unmoralische sexuelle Aufklärung zerstört in den Heranwachsenden jedes Feingefühl.
Der Genderismus nimmt totalitäre Züge an
Mit großer Sorge sieht die Kirche, dass in öffentlichen Diskussionen und in den Medien mehr und mehr nur noch die Argumente des Genderismus toleriert werden. Wer anders denkt, wird gesellschaftlich ausgegrenzt und muss mit juristischen Sanktionen rechnen. Auf diese Weise werden die Grundrechte des Menschen bezüglich Religion und freier Meinungsäußerung zunehmend beschnitten.
Der Genderismus verdunkelt den göttlichen Sinn der Liebe zwischen Mann und Frau
Das Verhältnis Gottes zum Menschen, von Jesus Christus zur Kirche, wird in der Heiligen Schrift in der Sprache der ehelichen Liebe beschrieben. Gott liebt sein Volk wie der Bräutigam seine Braut. Jesus Christus ist seiner Braut, der Kirche, in treuer Liebe hingegeben bis zum Tod am Kreuz. Die Braut erwartet voll Sehnsucht ihren Bräutigam. In der lebendigen Beziehung zu Christus und der Kirche können die Rivalität, die Feindschaft und die Gewalt, welche die Beziehung von Mann und Frau belasten und entstellen, überwunden werden. Diese Sicht des Glaubens wird durch den Genderismus verdunkelt.
Die Quintessenz
Papst Benedikt XVI. sagte in seiner Ansprache vor dem Kardinalskollegium und der Kurie am 21. Dezember 2012 zum Genderismus: „Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig ... Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des Sich-selbst-Machens wird, wird notwendigerweise der Schöpfer selbst geleugnet und damit am Ende auch der Mensch als göttliche Schöpfung, als Ebenbild Gottes im Eigentlichen seines Seins entwürdigt. Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen.“
Ich ermutige alle Gläubigen, ihre gesellschaftlichen und politischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen, damit die in der Schöpfungs- und Erlösungsordnung grundgelegte Würde des Menschen auch in der rechtlichen Ordnung unseres Gemeinwesens weiterhin und umfassend zum Ausdruck kommt.
Für jeden diesbezüglichen Einsatz danke ich herzlich. Ich empfehle alle und alles der Mater divinae gratiae, der Mutter der göttlichen Gnade, und erteile allen meinen bischöflichen Segen.

+ Msgr. Dr. Vitus Huonder, Bischof von Chur

Kein Wunder, dass der Bischof nach diesen deutlichen Worten angegriffen wird. Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Man sagt 'Bischof Huonder' und meint die kath. Kirche"

Ebenfalls zum Thema passt der Hirtenbrief der slowakischen Bischöfe: Genderideologie gibt uns dem Untergang  preis

Sonntag, 8. Dezember 2013

Genderideologie gibt uns dem Untergang preis

Hirtenbrief der slowakischen Bischöfe zum Advent 2013

Die Adventszeit, in die wir heute eingetreten sind, ist eine Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Diese Feiertage erinnern uns an das Kommen des Sohnes Gottes in unsere Welt. Wie er selbst sagt, ist er gekommen, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben. (vgl. Joh 10,10). Das Wertvollste, was Gott der Welt und dem Menschen schenkte, ist gerade das Leben. Er hat hier dafür Bedingungen geschaffen und Gesetze festgelegt. Wenn wir sie respektieren, wird das Leben erblühen. Wenn sich der Mensch gegen Gottes Gesetze stellt, schafft er die Kultur des Todes.

"Wenn sich der Mensch gegen Gottes Gesetze
 stellt, schafft er die Kultur des Todes."

Ein besonderes Augenmerk wird auf den Menschen gerichtet. Bevor ihn Gott erschaffen hatte, bereitete er ihm einen wunderbaren und fruchtbaren Boden, damit er zur Quelle seiner körperlichen Kräfte werde. Und für sein Glück schenkte er ihm neben der Natur eine Familie. Gott will, dass jeder Mensch auf dieser Welt in diese liebevoll geordnete Familienge-meinschaft kommt. Wenn es nicht so ist, geht es entweder um ein Unglück oder um menschliches Versagen. Während des ganzen Lebens soll der Mensch in der Familie viele Formen des menschlichen Glücks erleben. Es beginnt mit dem Glück des Kindes, das sich in den Armen des Vaters und der Mutter sehr sicher und dabei sorgenlos fühlt. Durch das Wachsen und Reifen verändert es sich in das Glück eines verliebten Ehepartners, oder einer Ehepartnerin und später in das Glück der fürsorglichen Vaters und der Mutter. Schließlich ist es das Glück der Großeltern, wenn es ihnen geschenkt ist, freudig auf die gut erzogenen Nachkommen zu schauen, wie sie verantwor-tungsvoll handeln. Jede Etappe des mensch-lichen Glücks sichert eine geordnete Familie. Familie ist eine Institution Gottes. Deshalb liegt es nicht in der Macht des Menschen sie zu vernichten. Die Kirche betet über den Jung-vermählten: „Gott, du hast die Frau neben den Mann gestellt und diese Gemeinschaft schon bei der Schöpfung so gesegnet, dass sie weder durch die Erbsünde noch durch eine Sintflut zerstört werden kann.“ Durch dieses Gebet bekennt die Kirche auch den Glauben an die Familie als eine Institution Gottes, die die Welt überdauert. 

Sie muss aber nicht in Europa überleben. Auch wenn sie der Mensch nicht vernichten kann, er kann sie verstümmeln und dies geschieht in der heutigen Welt. Durch die Zerrüttung der Familie wird das menschliche Glück, das in ihr die irdische Vollkommenheit erlangt, entwertet. Es bringt das Leben in Gefahr und stellt die Kultur des Todes her. Die Akteure der Todeskultur nutzen für ihre Durchsetzung ziemlich durchspekulierte Methoden. Sie legen in sehr edle Begriffe einen komplett neuen und entgegengesetzten, also abwertenden Sinn. Sie sprechen von den „Menschenrechten“ und von den „Kinderrechten“, aber auch in diesen Rechte wollen sie durchsetzen, was den Menschen und Kindern schadet. Unter dem Mantel der Rechte, die sie durchdrücken, verlieren Vater und Mutter die Möglichkeit, ihre Kinder verantwortungsvoll zu erziehen. Dabei hat das Kind ein natürliches, von Gott gegebenes Recht auf Erziehung.

Vertreter der Todeskultur kommen mit einer neuen „Genderideologie“. In ihrem Namen wollen sie die sog. „Geschlechtergleichstellung“ durchsetzen. Ein Mensch, der diesen Begriff zum ersten Mal hört, meint, es gehe darum, dass Mann und Frau gleiche Rechte und gleiche Würde zuerkannt werden. Aber diese Gruppen zielen durch die sogenannte „Geschlechtergleichstellung“ auf etwas ganz Anderes. Sie wollen uns überzeugen, dass keiner von uns von Natur aus als Mann oder als Frau existiert, sie wollen also dem Mann das Recht und die Identität des Mannes nehmen und der Frau das Recht und die Identität der Frau und der Familie das Recht und die Identität der Familie, damit sich Mann nicht mehr als Mann und Frau als Frau fühlen und damit die Ehe nicht mehr die einzige von Gott gesegnete Gemeinschaft von Mann und Frau ist, sondern sie wollen auf die Ebene der Ehe auch die Gemeinschaft zweier Männer oder Frauen stellen. So entsteht irgendein sodomitisches Pasquill, der dem Willen Gottes widerspricht und die Strafe Gottes vorbereitet.

Durch edle Parolen wird in das Leben der Gemeinschaft Zersetzung des Familienlebens, das heilig sein sollte, erwirkt. Es ist eine lästernde Revolte des Menschen gegen Gott. Er hat uns nach seinem Abbild geschaffen. Der Mann bekam vom Schöpfer die Würde des Mannes, die Frau die Würde der Frau und die Familie die Würde der Familie. Davon wird auch die Würde eines Volkes abgeleitet. Dies wollen die Akteure der Todeskultur und Vertreter der Gender-ideologie im Namen edler Leitsätze zerstören. Der Begriff Mann, Ehemann, Vater, Ritter, Gentleman ist für sie inakzeptabel. Das gleiche gilt für die Begriffe Frau, Ehefrau, Mutter. Das Volk, bei dem es ihnen gelingt, dieses Volk verliert seine würdevolle Stellung vor Gott und auch vor der Welt. Vertreter vieler Länder schmeicheln aus unerklärlichen Gründen diesen Akteuren der Todeskultur und kommen ihnen durch die Gesetzgebung, die manchmal gegen den gesunden Hausverstand ist, entgegen. Diese haben keinen moralischen Stolz und bringen ihr Volk nicht nur um seine Würde, sondern geben es durch Gesetze dem Untergang preis. Es ist ein Verlust des wesentlichen Lebenssinnes – Verlust des Überlebenssinnes. Die ersten Gefahren werden auch bei uns schon sichtbar.

Wir wollen große Wertschätzung und Dank jenen Institutionen und Einzelpersonen aussprechen, die sich dieser nahenden Gefahr bewusst sind und zum Schutz der Familie und der Kultur des Lebens den Marsch für dasLeben in Košice (Kaschau) organisiert haben. Wir wollen Wertschätzung und Dank allen Menschen aussprechen, die diesen Marsch unterstützt und so zum Ausdruck gebracht haben, dass sie darauf Wert legen, die Institution der Familie zu retten.

Der Marsch für das Leben sollte ein Appell, eine Ermutigung und moralische Unterstützung für unsere Staatsvertreter sein, damit sie sich nicht fürchten, die Würde und Lebensfähigkeit unseres Volkes zu schützen. Wahrlich, sie haben zu diesem Appell ziemlich gleichgültig Stellung genommen, was zeigt, dass sie die Kultur des Todes bereit verinnerlicht haben, da sie ihren Akteuren nach wie vor großen Raum und beachtliche Unterstützung einräumen. Aktivisten der „Geschlechtergleichstellung“ geben nicht auf, sie warten auf eine passende Gelegenheit, um durch die Gesetzgebung die Erziehung- und Bildungsprozesse zu beherrschen und diese „Sodomer Ideologie“ in die Erziehung in der Vorschule und Schule aufzuzwingen. Es würde sich um so ein Erziehungsprozess handeln, das dem Kind nicht nur seine Würde rauben würde, sondern es moralisch und psychisch grundlegend zerlegen würde. Es würde dem Kind die Möglichkeit nehmen, in jedem Bereich zu einem reifen Mann und einer reifen Frau zu erwachsen. Für diese schreckliche Devastierung würde man den Beruf der Lehrer missbrauchen. Früher wurde der Lehrer missbraucht, um gegen den Willen der Eltern ihren Kindern Atheismus aufzuzwingen, heute droht ihm noch etwas Schlimmeres. Akteure der Todeskultur werden stark auch von den Medien unterstützt, lassen wir uns nicht belügen und auch nicht beeinflussen.

Die Kultur des Todes bedroht wirklich die Existenz des Volkes. Bei so einer Bedrohung haben vorige Generationen nicht gezögert für den Schutz des Vaterlandes zu sterben. Von uns wird so ein großes Opfer noch nicht verlangt, aber es wird verlangt, dass wir uns in Acht nehmen. Zur Wachsamkeit rufen wir alle Machtträger auf allen Ebenen auf, Eltern, Schulverwaltungen und alle Menschen guten Willens. Um die Ausdrücke der Todeskultur schon in ihrem Keim abzulehnen. Unsere Stimme bei beliebigen Wahlen kann nur jener Kandidat erhalten, der die Todeskultur ablehnt. Durch eine entgegengesetzte Haltung würden wir unsere Vorfahren verachten, die ihre Leben für das Wohl des Landes gelegt haben. 

In dieser Advent- und Weihnachtszeit gibt uns Gott deutlich zu spüren, was in seinen Augen Familie bedeutet. Als sein Sohn zur Welt gesandt wurde, sorgte er nicht dafür, dass sein Sohn in einem prunken Schloss geboren werde, dass er ausgewählte Speisen bekäme, sondern er sorgte dafür, dass sein Sohn auf die Welt komme und in einer geordneten Familie aufwachsen könne. Der Blick auf die Familie von Nazareth möge uns wachrütteln, damit wir für den Erhalt der Familie alles tun, was in unseren Kräften liegt. So wie die Familie von Nazareth durch die Flucht nach Ägypten das Kind schützte, so sind auch wir verpflichtet um jeden Preis die gesunde Entwicklung der Kinder vor der gefährlichen „Genderideologie“ zu schützen.

In fester Hoffnung, dass Sie zu diesen ernsthaften Fragen des Lebens und der Familie die richtige Stellung nehmen, erteilen wir Ihnen unseren Segen.
Bischöfe der Slowakei, Advent 2013

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