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Samstag, 23. November 2013

Unisex-Toiletten statt Familienpolitik

Vortrag von Birgit Kelle gestern Abend im Herz-Jesu-Pfarrsaal in Prenzlauer Berg: Was für ein wertvoller Abend! Zweieinhalb Stunden sprach uns die Mutter von vier Kindern aus dem Herzen, in dem sie sich zur Fürsprecherin der Familien machte, deren Interessen von der Politik so sträflich vernachlässigt werden.
Diskussion mit Birgit Kelle in Berlin, Prenzlauer-Berg
Eingeladen hatten die „Christdemokraten für das Leben e.V.“ (http://www.cdl-berlin.de), die „CDU Prenzlauer Allee“, die „CDU Alt-Pankow“ und die „Junge Union Pankow“. Birgit Kelle stellte ihr Buch „Dann mach doch die Bluse zu vor (mehr dazu hier: http://birgit-kelle.de) und diskutierte anschließend mit den Anwesenden darüber.
Als ihr erstes Kind kam, erzählte die Autorin gestern Abend, beschloss sie, drei Jahre in den Erziehungsurlaub zu gehen. Schnell fand sie sich in der Heimchen-am-Herd-Ecke wieder, war aber in ihrer neuen Rolle als Mutter sehr glücklich. Eine Frau, die sich um ihre Kinder kümmere und auf Karriere verzichte, ernte in unserer Gesellschaft Unverständnis. Der größte Widerstand käme seltsamerweise von Frauen in feministischen Kreisen, die nicht begreifen können, dass jemand gern Mutter sei. Sie verstünden das einfach nicht – möglichweise, weil viele von ihnen nicht selbst Mütter seien.
Birgit Kelle und Stefan Friedrich von den CDL
Auch durch die Politik, so beklagte Frau Kelle, bekämen Mütter, die ihre Kinder zu Hause erziehen wollen, kaum Unterstützung, allenfalls für die CSU sei das noch eine Option. Es werde nur noch die neue Rolle der erfolgreichen, berufstätigen Frau unterstützt. Dagegen werde zum Beispiel das Betreuungsgeld als „Herd- oder Verdummungsprämie“ diffamiert, weil Kinder zu Hause mit ihren Müttern „verdummen“ würden.
Wir müssten als Eltern und Frauen dagegen auf die Barrikaden gehen, meinte Frau Kelle. Viele Mütter vermissten die gesellschaftliche Anerkennung für ihre wertvolle Tätigkeit, ihnen gehe es nicht in erster Linie um das Geld, obwohl viele durchaus gezwungen seien, arbeiten zu gehen. Die 150 Euro Betreuungsgeld seien ein Witz, wenn der Staat gleichzeitig lieber 1200 € im Monat für einen Krippenplatz ausgäbe. Mütter bräuchten ein Betreuungsgeld von mindestens 450 € im Monat, damit sie die freie Wahl hätten, in den ersten drei Jahren bei ihren Kindern zu Hause zu bleiben.
Zwei Mütter mit je vier Kindern: Davon müsste es mehr geben.
Die Politik wolle die Familien jedoch in ein neues Gesellschaftsmodell drängen: Du bist nur wertvoll, wenn du Steuern zahlst. Diese Sozialdemokratisierung der Familienpolitik hätte sogar die CDU erfasst und sei von Frau von der Leyen eingeführt worden. Dadurch würden Mütter, die zugunsten ihrer Kinder einige Jahre auf die Berufstätigkeit verzichten, in die Altersarmut gedrängt. Das sei ein Novum in der Menschheitsgeschichte, dass Kinderreichtum zu Altersarmut führe. Dabei funktioniere das staatliche Rentensystem nur durch genügend Kinder.
Doch statt den Zusammenbruch des Rentensystems zu verhindern, kümmere sich die Politik lieber um Randgruppenthemen und richte 150 Gender-Lehrstühle an den Universitäten ein. So hätten die Berliner zwar immer noch keinen neuen Flughafen, aber Unisex-Toiletten. Viel wichtiger seien Demografie-Lehrstühle. Doch die Gender-Lobbygruppen würden sich auch künftig ihre Budgets sichern, um weiter an der „Zerstörung der Familie im klassischen Sinne und der Zerstörung der Ehe von Mann und Frau“ durch „Verwirrung der Geschlechter“ zu arbeiten.
Menschen mit Kindern, die Zeit und Geld in die Zukunft unserer Gesellschaft investierten, beklagte Frau Kelle, würden durch geringere Renten bestraft. Es sei ein gerechteres Rentensystem nötig, das Mütter nicht länger benachteilige. Eine Familie müsse die Freiheit haben, selbst entscheiden zu können, wie sie leben wolle. Es sei ungerecht, Krippenplätze mit 1200 € im Monat zu subventionieren, zwei Drittel der Familien aber jede finanzielle Unterstützung zu verweigern, weil sie keinen Krippenplatz in Anspruch nähmen.
Ihr sei auch unbegreiflich, warum der Staat Tierfutter mit nur 7 % Mehrwertsteuer subventioniere, für Babywindeln aber 19 % verlange. Ebenso verstehe sie nicht, warum Urteile des Bundesverfassungsgerichts zugunsten der Familien seit 23 Jahren nicht umgesetzt würden.
Ich bin sehr froh, dass sich Birgit Kelle so engagiert für die Familien einsetzt. Wer mehr zum Thema wissen möchte, dem sei ihr erfolgreiches Buch empfohlen, das jetzt bereits in dritter Auflage erscheint.
Birgits Bestseller liegt inzwischen bereits in der 3. Auflage vor.

"Es gibt hunderttausende Frauen wie mich in diesem Land. Frauen, die gerne Frauen sind, es gerne zeigen und das auch nicht ständig diskutieren müssen. Und Mütter, die gerne Mütter sind. Sie alle haben in Deutschland keine Lobby. Für sie ist dieses Buch. Als Bestätigung: Lasst euch nicht von eurem Weg abbringen, es ist gut und richtig, was ihr tut. Ihr dürft das! Und hört endlich auf, euch ständig zu rechtfertigen“ (Birgit Kelle).
Gerhard Lenz

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